Nachdem ich vor 2 Wochen in Kassel sportbegeistert und voll motiviert begonnen habe, hat mich das dumme Schicksal dann letztes Wochenende eingeholt. In Kassel habe ich mir noch einen gesunden Mix aus Laufen, Schwimmen und Gym gegeben und das wollte ich auch am vergangenen Wochenende daheim in Hessen bei meiner Mum weiterführen. Samstag ging das auch noch gut und ich bin schön 10km in der alten Heimat gelaufen… 

Sonntag dann hat mir das Hoftor einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gezogen. Ich hab mich quasi selbst übern Haufen – oder viel mehr übern Zaun – geschmissen. 1000 Mal probiert, 1000 Mal ist nix passiert und am Sonntag bleib ich doch echt beim rüber hüpfen hängen. Wie man dann so reagiert, wenn man merkt, dass man sich im freien Fall in Richtung Bürgersteig befindet. Man fängt sich ab. Ich dachte mir, bloß nicht aufs Knie fallen. Bin ich zum Glück auch nicht. Das Knie hat meinen Sturz sozusagen abgefangen, wenn auch mit einem gewaltigen und unnatürlichen Schlenker nach rechts.

Erstmal hab ich mich schmerzverzehrt – schlimmer als bei einer Männergrippe – wieder ins Haus geschleppt. Mein großer Schatz schnappte mich gleich und fuhr mit mir zur Notaufnahme ins Krankenhaus, da es in kürzester Zeit ohne Ende dick geworden ist. Mit dem Knie kann einfach  zu viel passieren, dass sollte man gleich mal röntgen lassen. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass man mich nach der Röntgen-Aufnahme mit einer Prellung und Zerrung heim schickt, hätte ich mir den Aufwand dahin auch sparen können. Na wenigstens gab es Ibuprofen-Salbe von dem Arzt. 😉 War es überhaupt ein Arzt, der da meine Röntgenbilder betrachtete und mich mit „Nichts“ heimschickte? Die 6 stündige Heimfahrt nach Brandenburg hat meinen Schmerzen auch nicht gerade gut getan.


Da saß ich nun hinten im Auto, Bein nach vorne ausgesteckt und dachte mir die ganze Zeit, gerade jetzt, wo der Frühling beginnt. Gerade jetzt, wo ich so Spaß am Laufen gefunden habe. Und gerade jetzt, wo meine Fitness sich steigert und ich mehr und mehr abnehme. So ein bisschen Selbstmitleid brauchte ich in diesem Moment.

Hatte ja 6 Stunden Fahrt-Zeit, um meinen Zustand zu bedauern. Wäre es gegangen, hätte ich mir selbst in den Hintern getreten, zu faul gewesen zu sein, den Schlüssel fürs Hoftor geholt zu haben. 

Montag morgen nahm die Odyssee dann ihren Lauf. Es ging als erstes zum Orthopäden, der mich gleich zum MRT geschickt hat. Verdacht auf Außenmeniskus oder irgendwas mit den Kreuzbändern. Dann gab es noch ne Bandage, aber viel besser ging es mir damit auch nicht wirklich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so Schmerzen einfach nur der Meniskus oder gezerrte Bänder sein können.

Oberschenkelbruch?

Der Doktor beim MRT war dann auch nicht wirklich so frohen Mutes und faselte irgendwas mit Oberschenkelknochen rum. Aber statt mir ne Diagnose zu sagen, verwies er mich wieder zum Orthopäden und ich musste bis Dienstag warten. Dienstag dann schaute der Orthopäde auch nicht schlecht auf die MRT Bilder und gab mir dann die niederschmetternde Diagnose eines Oberschenkelbruchs.

Ach ja, der Meniskus und das Außenband sind natürlich auch betroffen, aber viel schlimmer ist der Bruch. Ja, kann es schlimmer kommen? Für mich nicht! Mindestens 8 Wochen kein wirklichen Sport mit den Beinen. Nach zwei Wochen vielleicht ein bisschen lockeres Brust Schwimmen. Und nach 2-3 Wochen ein kurzes Oberkörper-Training, natürlich alle Übungen nur im Sitzen und ohne Belastung aufs rechte Bein. 

MRT?

Und es ist auch noch das rechte Bein – ich kann nicht mal Auto fahren. Mein großer Schatz macht die ganze Woche schon den Fahrdienst für mich und ihre Laune wird von Mal zu Mal schlechter. Ihr könnt Euch das nicht vorstellen, drei Mal zum Orthopäden diese Woche, einmal Sanitätshaus, einmal MRT Königs Wusterhausen und zweimal zum Orthopädie-Sanitätshaus nach Königs Wusterhausen, weil ich brauchte natürlich noch eine Knie-Orthese. Wie soll es auch anders sein, die Orthese  wurde beim ersten Mal nicht richtig angepasst und ich musste nochmal hin. Alles mit meinem persönlichen Fahrdienst, die jetzt schon herbeisehnt, dass ich wieder laufen und selbst fahren kann.

Es geht ja nicht nur ums Fahren, viel schlimmer sind die Wartezeiten beim Arzt und beim MRT. Ich sag Euch, springt nie übers Gartentor. In jungen Jahren mag das ja noch alles gut gehen, aber der Jüngste bin ich ja auch irgendwie nicht mehr. 😉 Das geht lange gut, bis Ihr hängenbleibt und dann verbringt Ihr Eure Zeit nur noch in irgendwelchen Wartezimmern. Nicht zu vergessen, die Schmerzen. Ja, da sind vielleicht auch 10% Jammern mit dabei, aber so ein Knochenbruch geht trotzdem nicht schmerzfrei an einem vorüber. Knochenschmerzen sind echt schlecht fürs Gemüt. Dagegen ist der Meniskus und die Kreuzbandzerrung echt ein Spaziergang. Spazierengehen ist im Übrigen das Einzige, mit was ich mich in der nächsten Zeit befassen werde. So spazierte ich gestern zum Stuhl, setzte mich und hab die Hanteln etwas bewegt.

Bizeps und Trizeps darf ich ja im Sitzen zum Glück trainieren. Und auf einem Bein konnte ich auch irgendwie stehen, denn ich legte mein kaputtes Knie einfach über das gesunde Bein. So sind wenigstens auch Liegestütz drin.  Des weiteren werde ich noch 100 Crunches die nächsten Wochen mit einfließen lassen. Über den Tag verteilt will ich täglich 100 Liegestütz schaffen. Mein großer Schatz hat auch das TRX Band an den Haken gehangen, so dass ich auch ein paar Brustübungen hinkriege. 

Die übrige Zeit verbringe ich momentan noch auf der Couch. 

Ich habe mich so daliegend viel mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Durch meinen nun anstehenden Sportmangel muss ich umso mehr auf das Thema Ernährung achten, denn ich will auf keinen Fall wieder zunehmen. 

Es ist für mich gerade enorm wichtig, weiter abzunehmen, aber nicht an der hart erarbeitenden Muskelmasse zu verlieren. Daher ist gerade jetzt eine strukturierte Herangehensweise sehr wichtig. Eine radikale Kürzung der Kalorien führt oft nur zu starkem Energieverlust und Heißhunger. Mein Körper soll die Muskelmasse auf keinen Fall als Energiequelle nutzen, sodass nur der Umfang der Muskulatur schrumpft. Weniger Muskeln bedeuten weniger Power. 

Damit der Körper die Fettreserven auch wirklich als Kraftstoff nutzen kann, ohne dabei an der Muskulatur zu zehren, ist eine phasenweise Ernährungsumstellung – auch Stoffwechselumstellung – bis hin zur langfristigen Ernährungsumstellung statt Nahrungsverzicht sehr wichtig. Eine Stoffwechselumstellung gliedert sich in unterschiedliche Phasen. Man plant die Auswahl der Lebensmittel. Auch die Portionen und der Zeitpunkt der Mahlzeiten, spielen dabei eine wichtige Rolle. Isst man zu viel, speichert der Körper die überschüssige Energie in Form von Fett. Eine starke Kalorienkürzung führt hingegen dazu, dass der Stoffwechsel sinkt. Die Muskelmasse wird reduziert und jetzt kommt´s: es wird vermehrt Körperfett gespeichert statt es abzubauen. 

Um die Muskelmasse zu erhalten und den Körperfettanteil zu reduzieren, benötigt der Körper viele Nährstoffe, die das körpereigene Energieniveau aufrechterhalten. Lebensmittel mit vielen Proteinen, komplexen Kohlenhydraten und guten Fetten sorgen für Energie und unterstützen den Körper. Damit kann man die Muskelmasse aufrechtzuerhalten und den Fettanteil reduzieren.

Ich halte nichts von kurzen Diäten, das hab ich alles zu Hauf hinter mir. Ich sage, nur mit einer langfristigen Ernährungsumstellung, nährstoffreichen Lebensmitteln und regelmäßigem Training wird der Körperfettanteil reduziert und damit kann man Muskelmasse aufrecht erhalten.

Ich war bei Diäten immer ungeduldig und habe dann wieder schnell aufgegeben. Und man darf eben nicht ungeduldig sein, denn je nach Situation kann dieser Prozess Wochen oder wirklich Monate dauern. Aber nur so kommt der JoJo Effekt auch nicht wie ein Boomerang zurück. 

Das war ein bisschen länger heut als geplant, aber es ist viel passiert in den letzten 14 Tagen. Wie es weitergeht, werdet Ihr erfahren, seid gespannt, denn das Thema Stoffwechselkur wird mich nun die nächsten Wochen begleiten. 

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Ostern und bleibt schön gesund und fit. 

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