Voll motiviert mit Blick auf mein Tennis Turnier bin ich die Woche gestartet. Ich habe Montag bis Donnerstag eher ruhig angehen lassen und mich mental auf das Turnier vorbereitet. Soll nicht heißen, dass ich mich nicht sportlich betätigt habe, ich bin eben nur locker gelaufen und habe leichtes Seilspringen mit eingebaut. Am Dienstag beim Tennis Training habe ich dann schon mal ein kleines Generalprobematch gespielt.

Donnerstag war dann eher der mentale „die Ruhe vor dem Sturm Nichts tun“  Tag angesagt. 
Ich spiele seit 4 Jahren wieder ein Turnier. Vor nem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich überhaupt nochmal Tennis spiele. Naja spielen konnte man das erste Turnierspiel nicht nennen. Durch meine 4-jährige Tennis-Pause bin ich ein paar Leistungsklassen nach unten gerutscht. Man behält seine Klasse eben nur, wenn man den Ball aktiv übers Netz bringt. Das führt dazu, dass ich auch entsprechende Gegner in meiner neuen Leistungsklasse zugelost bekomme. Kann Glück, aber auch Pech bedeuten. Ich war immer ein Spieler, der eine Herausforderung braucht. Das führt zu meiner mentalen Stärke und meiner aggressiven Spielweise. Ich passe mich sozusagen dem Niveau an. Vor allem, wenn man so lang nicht gespielt hat, passt man sich erstmal der Leistung des Gegners an, denn man muss ja auch erstmal wieder ins Spiel reinkommen. 
 
Mein Gegner muss bemerkt haben, dass ich noch nicht richtig im Turnier bin und hat das für sich genutzt. In mentalem Chaos, denn ich wollte unbedingt gewinnen, konnte mich aber diesem Niveau nicht anpassen, verlor ich doch glatt das erste Spiel.
Ich musste auch feststellen, dass meine Aufschläge nicht mehr so flüssig waren und stellte mit entsetzen fest, dass ich sehr steif geworden bin. Mir fehlt das Gefühl beim Ballwurf. Das liegt zum Einen an sicher mehr Muskeln in meiner Schulter und meinen Armen zum Anderen aber auch definitiv an verkürzten Sehnen. Ich muss unbedingt Dehnen, Dehnen, Dehnen. Meine neue Hausaufgabe, denn die ich habe mich bereits für die nächsten Turniere angemeldet und habe das Ziel, meine Leistungsklasse wieder um ein paar Punkte zu verbessern. 
 
Das erste Spiel lief also eher demotivierend, aber eine gesunde Fehleranalyse bringt auch was. Samstag war dann spielfrei für mich, da das Wetter nicht mitspielte und der Regen einfach zu stark war. Dafür musste ich dann am Sonntag gleich zwei Spiele durchhalten. Nicht nur, dass es eine Premiere für mich war, zwei Spiele an einem Tag zu spielen, ich hatte im ersten Spiel wieder einen schwachen Gegner. Und es kam, wie es kommen musste: schon im ersten Satz musste das Spiel wieder wegen Regen unterbrochen werden. Das sollte ein sehr langer Sonntag für mich werden. Gerade, wenn man den Satz mit 4:1 führt, ist es nicht gerade förderlich, zu unterbrechen. Jeder von Euch, der schonmal internationale Tennisturniere wie Wimbledon, US Open oder Roland Garros um nur einige zu nennen gesehen hat, weiß, dass die Gegner sogar kleine Spielunterbrechungen für sich nutzen, um den Lauf des Anderen zu unterbrechen. Nach der Regenunterbrechung ging es dann weiter und ich habe das 2. Spiel 6:1/6:2 gewonnen. Ein Erfolgserlebnis, wenn ich mich auch nur gering freuen konnte, denn mein nächstes Spiel stand an und ich wollte unbedingt diesen Gegner mit 3 LKs besser als ich derzeit besiegen. Das würde mir gute Punkte für die Leistungsklassen Steigerung bringen. Mein Gegner des 3. Turnier Spiels war aus einer besseren Leistungsklasse, aber aus der etwas älteren  Alterklasse. Schade, ich hatte mir erhofft, einen jungen dynamischen Gegner zu kriegen, der eben auch mal draufhaut und schnelle Bälle fordert und auch selbst spielt, statt alles taktisch zu betrachten. 
 
Mit weiterer Verspätung ging es dann endlich zu meinem Spiel des Wochenendes. Ich merkte schon beim Einspielen, dass ich gut drauf bin und alles treffe. Meine Aufschläge waren ein Traum. Nicht zu vergleichen mit dem Spiel vom Freitag, denn ich schlug sogar zweimal ein Ass mit dem zweiten Aufschlag. Und den zweiten Aufschlag riskiert man eigentlich nicht mit nem Ass, sondern versucht, den Ball ins Feld zu spielen. Aber auch das gelang mir. Mein Gegner war meines Erachtens ein wenig beeindruckt. Leider hielt dieser Eindruck nicht lange an und mit einem erneuten Kick-Sprung-Aufschlag bin ich etwas härter auf meine ohnehin schon harte Wade gesprungen. Es machte kurz Ratsch und ein Schmerz durchzog mein linkes Bein. Ich versuchte noch zum Netz zu rennen, um den Ball zu retten und den Punkt zu holen. Aber es ging nichts mehr. Ich ging zu Boden und dachte, man hätte mir ein Messer tief in die Wade rein gerammt.  Ich musste aufgeben. Ich war so im Flow und ich hatte das Zeug zum Gewinnen, da ich echt gut drauf war mental und auch körperlich. Ich musste mich von den Punkten dem Sieg und dem Spiel verabschieden und humpelte vom Court. 
 
Mein Abend war schmerzerfüllt und ich ärgerte mich, dass ich nicht weiterspielen konnte. Ich ärgere mich noch mehr, dass ich nun alle weiteren Turniere, bei welchen ich mich erst Samstag anmeldete absagen muss, denn so ein Muskelfaserriss dauert, wenn ich Glück habe, dennoch locker 5-6 Wochen und selbst dann kann man nur mit leichtem Training beginnen und auf gar keinen Fall Turniere spielen. 
 
Alles in Allem war es ein lehrreiches Turnier-Wochenende. Ich habe mir schon Stretching-Pläne erstellt, denn ich muss unbedingt meine Beweglichkeit wieder erlangen und meine Muskeln, Sehnen und Bänder dehnen. So etwas soll mir kein zweites Mal passieren. Ich hasse aufgeben und ich hasse noch mehr, dass ich nun wieder bei Null anfangen muss. 
 
Meine kommende Woche wird sehr ruhig verlaufen, denn ich kann weder laufen noch schwimmen noch überhaupt auftreten. Ich werde mich wieder verstärkt der Low Carb Ernährung widmen und fange heut schon mit einem leckeren CurryHuhn Rezept an. 
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