Wie angekündigt möchte ich Euch das Thema „Laufen im Winter“ nahe bringen. Ich als alter Couch Potato war ja früher, wenn ich mich mal zum Laufen motivieren konnte, so ein Schön-Wetter-Läufer. Es gab genug Ausreden, warum man nicht Laufen sollte: Sei es Regen oder Wind oder eben Winter und kalte Temperaturen. Und die Wissenschaft hat damals ja auch belegt, dass kalte Temperaturen nicht gut fürs Laufen sein soll. Gut, dass wir mittlerweile im Zeitalter der Widerlegungen angekommen sind und der menschliche Körper besser analysiert wird.

Denn eigentlich macht Laufen im Winter Spaß und noch dazu ist es gesund, bei Temperaturen um den Nullpunkt zu Laufen und den Puls hoch zu treiben. Man hält den Körper dadurch einfach fit und bleibt gesund. Man sollte natürlich nicht übertreiben und sich auch fit genug fühlen, aber das ist ja bei jeder Art Sport, die man treibt. Der Herzmuskel, der durch das Laufen bei kalten Temperaturen trainiert wird, wird einfach leistungsfähiger. Und für unseren Alltag oder auch für das Krafttraining braucht man einfach ein leistungsfähiges Herzkreislauf- und Immunsystem. Unsere Lunge kann die Luft bei kalten Temperaturen durch ein gutes System ausgleichen. Das ist ungefähr so wie beim Essen von kalten und heißen Getränken. Auch hier gleicht der Organismus die Temperatur aus, so dass das Essen und Getränke körperwarm im Magen ankommen. Bei der Luft ist das so ein ähnliches System. Es gibt immer noch viele Theorien, die behaupten, dass Laufen im Winter ungesund ist. Ich glaube, dass da nur Marktwirtschaft hinter steckt, um andere Indoor-Sportarten im Winter zu pushen. Sicher sollte man nicht immer bei Minus 20 Grad Laufen, aber Laufen um den Nullpunkt hält mich wirklich gesund. Und wenn wir mal die Wintersportarten beäugen: Skifahrer und Langläufer betreiben ihre Sportart doch auch bei diesen Temperaturen. Und das sind nicht alle Leistungssportler. Und abgesehen von gebrochenen Beinen oder Armen, habe ich noch nicht gehört, dass jemand den Wintersport nicht mehr betreibt, weil ihn die frische kalte Luft umgehauen hat. Unser körperliches System hat bei kalten Temperaturen mehr zu arbeiten und deswegen sind wir bei körperlichen Anstrengungen vermutlich im Winter schneller müde und k.o.. Aber das hat auch wieder ein Gutes, denn dadurch trainieren wird ja unser Immunsystem, bis es fit ist. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir durch das Laufen im Winter unseren Vitamin-D Haushalt auffüllen. Gerade Vitamin-D ist sehr wichtig für unsere Knochen. Vorausgesetzt man läuft nicht im Schneetreiben, sondern bei Sonnenschein, kann man im Winter seine D-Akkus sehr gut auffüllen. Dabei reicht auch schon leichter Sonnenschein aus. Was wir im Sommer 20 Minuten täglich in der Sonne sitzen sollen und auch eigentlich gern tun, wird uns im Winter zum Verhängnis. Denn wir entziehen unserem Körper quasi die Vitamin-Spritze, an die wir unseren Körper in den Sonnenmonaten gewöhnt haben. In der Sonne stehen mit dicker Winterjacke ist natürlich auch nicht gerade das Sonne-tanken, was ich meine. Es ist vielmehr wichtig, die Sonne zu tanken und durch körperliche Bewegung schneller im Körper zu transportieren. 20 Minuten nur das Gesicht bräunen ist etwas wenig, aber 45 Minuten bei Sonnenschein laufen, bringt schon enorm viel für unseren Vitamin-D Haushalt. Wenn wir schon unser Skelett über die Wiesen und Wege bewegen, dann ist es wirklich förderlich, dass die Vitamin-Akkus, die gerade für das Skelett so wichtig sind, parallel was abkriegen. Nun ist nicht jeden Tag Sonnenschein, was auch nicht sein muss, denn im Sommer ist auch nicht jeden Tag Sonne. Aber so einmal – zweimal pro Woche sollte man seinen Körper schon der Sonne aussetzen. Und irgendwie verändert sich ja auch unsere Muffel-Laune, wenn wir Sonne tanken. 

Aber der wichtigste Punkt ist eigentlich, dass man den inneren Schweinehund überwunden hat und sich bei den Temperaturen vor die Tür wagt. Wenn man nicht tausend Ausreden gegen das Laufen, sondern an das Ergebnis, was geleistet zu haben, denkt, dann fällt es leichter, sich aufzuraffen. Das positive Gefühl, ein paar Kilometer gelaufen und etwas geleistet zu haben, schüttet viele Glückshormone aus und ruft damit auch Spaß und Motivation für die nächste Laufeinheit hervor. Ich denke nicht mehr daran, dass ich schlapp, müde und ausgepowert bin, wenn ich heim komme, sondern an die heiße Dusche und das tolle Gefühl, etwas richtig gutes getan zu haben – ich habe meinen Körper bewegt!

Entgegen der Meinungen von früher, was vermutlich die gleichen Meinungsgeber waren, die sich gegen das Laufen stark gemacht haben, ist beimLauftraining die artgerechte Kleidung. Nicht nur das „wie“, sondern auch „mit was“ ist zu beachten. Wir wollen das Immunsystem stärken und nicht schwächen. Daher sollte auf jeden Fall Funktionskleidung getragen werden. Wie schon in meinem Blog erwähnt, habe ich meine Laufjacke zum Bsp. günstig bei Tchibo geschossen. Erst war ich skeptisch, aber ich dachte, probier einfach mal aus. Und mittlerweile gefällt mir die Tchibo-Jacke echt gut. Sie kommt zwar nicht ganz an eine Laufjacke von Nike ran, aber im günstigen Preis-Leistungs-Segment kann man Tchibo echt anbieten. Also muss die optimale Ausrüstung fürs Laufen nicht im finanziellen Ruin ausarten. Hier ein paar Tipps von mir, die ich früher auch nie beachtet habe, die aber wirklich förderlich sind:

  • Da über den Kopf die meiste Wärme verloren geht, sollte man diese Wärme schützen. Ich habe früher einfach nur eine Mütze aufgesetzt, aber Wolle war hier nicht so förderlich, denn der Kopf fing an zu schwitzen und natürlich zu frieren. Ich habe mir eine Therme-Laufmütze von Nike zugelegt. Wer keine Mütze kaufen will, der kann auch ein Laufshirt mit Thermo-Kapuze tragen. Das habe ich zum Beispiel von Nike, denn hier finde ich, bietet Nike wirklich das beste und bequemste Shirt, was man zum Laufen tragen kann. Aber es eignet sich natürlich auch ein Stirnband, denn wichtig ist, das die Ohren nicht kalt werden. 
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  • Wer im Dunkeln laufen muss, denn soviel Tageslicht gibt ja der Winter nicht her, sollte sich eine Stirnlampe zulegen. Ich kam mir beim ersten laufen zwar vor, wie einer von den 7 Zwergen, aber gerade in der freien Natur kann immer mal wieder was auf dem Weg liegen. Meine Stirnlampe habe ich günstig von Sigma gekauft. Sie ist nicht schwer und macht wirklich ein gutes Licht.
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  • Wer kein Laufpulli mit Kapuze kaufen will, dem kann ich ein Loop empfehlen. Aber auch das sollte atmungsaktiv sein, denn wenn sich Schwitzwasser im Halstuch bildet, kann man sich erkälten.Meinen Oberkörper schichte ich sozusagen durch. Als erste Schicht trage ich Funktionskleidung, die den Schweiß nicht bindet und die Haut trocken hält. Auch hier wurde ich bei Nike preisgünstig fündig. Als zweite Schicht trage ich ein Funktionsshirt, was die Körperwärme isoliert. Das Shirt ist auch von Nike. Und als dritte Schicht trage ich die Laufjacke von Tchibo, die nicht nur beschichtet ist, sondern auch einen Wind- und Nässeschutz hat.
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  • An den Beinen trage ich eine Laufhose mit schweißabweisender Wirkung von Nike. Wenn es draußen diesig und feuchtkalt ist, trage ich zusätzlich noch eine Funktionshose darunter. Das ist so eine Art Unterhose, die auch Skifahrer tragen.
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  • Ganz wichtig sind natürlich auch die Hände, denn Handschuhe dürfen nicht fehlen. Nichts ist schlimmer, als seine Finger nicht mehr zu spüren. Und auch wenn einem beim Laufen warm wird, sollten die Hände zusätzlich gewärmt werden. Aber auch hier sollten es keine dicken Wollhandschuhe sein, sondern eher Fliesshandschuhe.
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  • Die Laufschuhe sollten ein sehr gutes Profil haben, um glatte Stellen wie Eis oder Reif auf dem Boden abzufangen und auszugleichen. Dafür sind meine Hoka One One natürlich super geeignet, denn die Sohle ist wahrlich Winterhart. 
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Und auch wenn man funktionale Winterkleidung hat und sich aufgewärmt fühlt, sollte man sich länger als für einen Sommerlauf aufwärmen. 

Die Muskeln sollten wirklich gut durch gelockert werden, damit man keine Zerrung kriegt. Ich meine damit nicht, dass wir uns 10 Minuten an die Heizung stellen, sondern ich mache mich fürs Laufen schon draußen vor der Haustür locker. Da reicht schon lockeres Springen, Arme kreisen und ein paar Side-Steps mit Armschwingen. Wichtig ist immer, nicht nur die Beine und Füße lockern, sondern auch die Arme und den Rumpf. Wir laufen nicht nur mit den Beinen, wir laufen mit dem ganzen Körper. Auch ein „kalter“ Rücken kann Probleme bereiten und eine Muskelreizung hervorrufen, wenn wir beispielsweise auf einen Unebenheit treten und das mit unserem Körper ausgleichen müssen. Ist man nicht genug aufgewärmt, kann das schon mal eine Zerrung oder eben auch eine Muskelverspannung im Rücken hervorrufen. 

Und wer sich aufwärmt, muss sich auch wieder abkühlen. Die Abkühlung heißt nicht der Sprung ins Wasser oder unter die Dusche. Mit Abkühlen meine ich hier die Dehung. Ich sage Euch, ich hasse dehnen. Aber ich hasse es nur, weil ich das Dehnen für mich erst neu entdecken musste. Früher habe ich mich nie gedehnt und deswegen hasse ich es auch. Meine Sehnen haben sich einfach verkürzt. Warum auch lang sein, wenn man nicht muss. Unser Körper schaut eben auch, dass er dass, was er nicht braucht, einspart. Als die Dehnung dann von mir neu entdeckt wurde, hatte ich richtig Schmerzen und ja, ich hasse es immer noch. Weil meine Sehnen immer noch nicht die Länge haben, die man eben so haben sollte. Aber ich bleibe am Ball und dehne zumindest meine Oberschenkel, Waden, Po und natürlich auch meine Arme und die Brust. Und dann gehts unter meine begehrte heiße Dusche. Ich lasse das Wasser über meinen Rücken laufen, damit sich auch die Wirbelsäule und die Muskulatur entspannt. Denn nur ein entspannter Rücken kann entzücken. 😉

Nach dem Laufen solltet Ihr genauso viel Wasser trinken, wie Ihr im Sommer nach dem Laufen trinken würdet. Denn der Körper hat, obwohl man vielleicht fühlbar weniger schwitzt, genauso viel Flüssigkeit verloren. Leider merkt man im Winter das Dehydrieren nicht so wie im Sommer und deshalb trinke ich einfach genauso viel Wasser nach dem Laufen wie im Sommer. Auch wenn ich gar kein wirkliches Durstgefühl habe.

Fazit ist, dass ich viel Spaß beim Laufen im Winter habe und durch richtige Kleidung und natürlich der gesunden Einstellung wird’s nicht eisig, sondern man bekommt wirklich viel zurück. Nicht zuletzt ein gestärktes Immunsystem, Sonne und seelischen Ausgleich – verschneite Winterlandschaften oder nur Wiesen mit Reif bedeckt zu sehen, wirkt echt beruhigend, auch wenn man auf dem Zahnfleisch läuft und alles gibt 🙂

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