Meine Low-Carb Woche begann voller Elan und Motivation. Dann fühlte ich mit jedem Tag, dass Low-Carb wie No Carb ist. Wenn man so gänzlich auf bewusste Kohlenhydrate verzichtet, ist das wie ein staubtrockenes Brett, was einem da vor das Fressbrett gehauen wird. Nicht nur geschmackstechnisch ändert sich einiges, denn der künstliche Zucker weiß schon, was er kann und wie er die Suchtzellen aktiviert. Auch krafttechnisch ändert sich erstmal einiges bei so einer Umstellung. Montag bis Donnerstag gab mein Bauchpanzer vermutlich noch genug Reserven her, so dass ich im Gym noch voll durchziehen konnte. Am Freitag und Samstag dann merkte ich, dass ich ne Low-Carb Ernährung mache, denn ich hatte weniger Power beim Gewichte stemmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Power noch mehr abnimmt, da meine Low-CarbUmstellung ja noch einige Zeit andauern wird, bis ich wieder langsam anfange, mir mehr Kohlenhydrate zu gönnen. Solange ich durch die reduzierte Power auch meinen Bauchpanzer reduziere, soll mir das recht sein. Wo gehobelt wird, fallen eben auch Späne. Wichtig ist, dass ich nicht zu sehr an meine Muskelreserven gehe, sondern genau da abspecke, wo es wehtut – am Bauch. Ich habe gemerkt, dass meine Oberschenkel etwas dünner geworden sind. Klar, habe ich überall, auch an den Beinen Fett, daher hab ich es dort sicher als erstes wahrgenommen. 

Ich bin schonmal sehr stolz auf mich, dass ich den künstlichen Zucker komplett von meiner Speisekarte gestrichen habe. Sogar Kaffee würge ich mir ohne Zucker und ohne Süßstoff runter. Dadurch trinke ich natürlich weniger Kaffee, denn den zuckerfreien Geschmack kann ich mich nur ein bis zweimal am Tag durchlaufen lassen. 😉

Ich verzichte also auf künstlichen Zucker und bewusste Kohlenhydrate. Soll nicht heißen, dass ich auf natürlichen Fruchtzucker oder Gemüse verzichte. Eine krasse Atkins Diät soll es nicht werden, denn das bringt zwar schnell eine Reduktion der Kilos, aber eben auch genauso schnell Mangelerscheinungen, die bis zu gesundheitlichen Einschränkungen und Schäden führen können. Diese Atkins Diät kann ich keinem empfehlen, außer mit ärztlicher Betreuung. 

Low -Carb reicht auch aus und kann ähnliche Symptome wie die Atkins hervorrufen. Zumindest bei mir: Ich meine jetzt nicht die gesundheitlichen Erscheinungen, aber die psychischen Zuckerentzugserscheinungen und Ermüdungserscheinungen. Man muss gut auf seinen Körper hören und auch bewusst die Gewichte im Gym beiseite legen, wenn man merkt, dass die Power weniger wird und früher weg ist. Es bringt nichts, den Hulk zu mimen, wenn der nach dem Training nicht über Los geht und mit Tatü Tata direkt ins Krankenhaus gebracht wird. 

Den Fruchtzucker nehme ich natürlich auch eingeschränkt zu mir. Bringt ja nichts, den ganzen Tag als Zuckerersatz Obst in sich rein zu stopfen. Die Fettzellen freuen sich über alles, vor allem Zucker. Daher geniesse ich meinen natürlichen Zucker auch dosiert und bewusst. Ich esse morgens oder im Laufe des Vormittags zum Beispiel eine Banane oder hab ne Mango im Spinat-Smoothie. Manchmal sind im Chia-Leinsamen-Joghurt oder Quark eine Kiwi oder Beeren mit rein geschnippelt. 

Einmal am Tag brate ich mir weißes Fleisch (also Hühnchen oder Pute). Weißes Fleisch ist zwar auch ungesund, aber immer noch gesünder als rotes Fleisch von Schwein oder Rind. Das rote Fleisch esse ich zweimal pro Woche, damit mir das weiße Fleisch nicht irgendwann zum Hals raushängt. Abwechslung muss sein. Zum Fleisch gibts dann immer Gemüse. Da hole ich mir dann meine zweite Kohlenhydrate-Dosis für den Tag. Ich esse keine Kartoffeln, aber Brokkoli oder Kaisergemüse. Der geringe Kohlenhydrat Anteil im Brokkoli beispielsweise, auch wenn es nur 5-7 Gramm pro Einheit sind, reicht aus, um meinem Körper etwas Schub zu geben. Er braucht ja den Schub durch den Sport, um nicht an die Muskelreserven, sondern wirklich an die Fettreserven zu gehen und diese auszumerzen. Kartoffeln und speziell Süßkartoffeln werden erst wieder in frühestens 4 Wochen auf den Speiseplan zurückkommen. Auch dann werden Kartoffeln eher dosiert kredenzt und sollen dann eigentlich auch eher als Fleischersatz dienen. 

Täglich steht aber Fisch auf meinem Speiseplan, denn Fisch bietet immer die wichtigen Omega 3 Fettsäuren. Jeden zweiten Tag gibt es zum Beispiel ein Omelett mit Räucherlachs. An den anderen Tagen gibts dann Lachs gebraten oder Krabben oder was die heimischen Seen im Kühlregal so hergeben. Ich kaufe nach wie vor keinen Fisch aus Asien oder dem Pazifik, denn mir soll nicht irgendwann ein zweiter Bauch wachsen, weil ich Fukushima verseucht bin. Das Omelett variiere ich mit Spinat, Tomaten, Schinken und Feta. Jeden Tag eine andere Variation, denn wie gesagt: Abwechslung muss sein. 

Nach dem Gym gönne ich mir einen Eiweiß-Shake. Im Shake sind natürlich auch ein paar Kohlenhydrate enthalten, aber ich muss ja auch sehen, dass ich meine Energie-Akkus wieder auffülle. Schliesslich gehe ich ins Gym und zusätzlich Laufen. So ganz ohne Power-Drink gehts nicht und würde ich auch während einer Diät mit täglichem Sport nicht empfehlen. Vor allem gestern habe ich mir ein großes Glas Eiweissshake nach dem Training gegönnt. Meine Muskeln haben nach dem Powerzirkel mit Steve und Bea genauso vibriert, wie der Mixer mit dem Shake. Ich würde fast sagen, die Muskeln haben geschlackert, denn nicht nur, dass ich schon lange nicht mehr so geschwitzt habe, wie beim Power Zirkel, mein Körper hat danach geshaked. Wir haben 10 Stationen a 40 Sekunden Übungen mit ca 50-60 % des Maximalgewichtes ausgeführt. Und die Crux war, dass man nur 20 Sekunden Pause zum Stationswechsel zwischen den Übungen hatte. Zwischendrin dachte ich, ich müsste mich auf eine Krankenstation einweisen lassen statt an die nächste Übungsstation zu wechseln. Aber es hat ungeheuer Spaß gemacht. Und kein Wunder, dass ich bei soviel Powerzirkel meinen Body total ausgepowert habe. Da war der große Eiweissshake sowas von notwendig. 

Das Wichtigste aber überhaupt ist mein Essverhalten. Nach wie vor übe ich das langsame Essen und lange Kauen. Es ist wirklich schwierig, wenn man sich immer wieder beim kurzen Schlingen ertappt und sich wieder zum Kauen zwingen muss. Stellenweise hab ich das Gefühl, dass Essen wird mehr im Mund. Dennoch bleib ich am Ball.

Ihr seht: „Jaaa, er lebt noch“ und es geht ihm auch gut dabei. 

Nachts hab ich noch so meine Probleme, aber da werde ich mir jetzt zusätzlich vorm Schlafen gehen noch einen Casein Eiweiß Shake gönnen. 

Bis jetzt mache ich erstmal alles richtig. Ich warte zwar immer noch auf den Rückfall, aber ich denke, aus meinen ganzen unzähligen Diätversuchen habe ich mittlerweile soviel gelernt, dass mir die typischen Anfängerfehler nicht mehr passieren sollten. Und wenn man erstmal den wunden Punkt überwunden hat und im Flow ist, dann macht einem die Ernährung nicht mehr so viel aus. Wie beim Laufen, wenn man erstmal wieder die ersten 10 Kilometer überwunden hat, dann machen einem die nächsten 10 auch nichts mehr aus. 

Ich bin sehr gespannt, wie die zweite Woche wird und wie es mit meiner Kraft im Gym aussieht. Ich werde auf jeden Fall weiter trainieren, wenn auch nur mit Dreiviertel Kraftreserve. Irgendwann merkt auch mein Körper, dass ich ihn nicht nur kurz mal veräppele, sondern es mir todernst ist und dann kann ich mich auch wieder kontinuierlich steigern. 

Habt Ihr auch eine Ernährungsumstellung angefangen oder mit Sport begonnen? Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und wünsche Euch viel Durchhaltevermögen.

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